Die Macht der Gruppe
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Der folgende Blogeintrag könnte etwas länger werden. Aber ich denke, und hoffe, dass es sich lohnt ihn zu lesen.
Ich habe mir heute den Film “Die Welle” angesehen. In diesem Film wird ein Sozialexperiment aus den 60ern, das in den USA durchgeführt wurde, in eine Schule in Deutschland verlagert. Der Anfang des Ganzen ist ziemlich harmlos: Eine Projektwoche zu verschiedenen Gesellschaftsformen. Eine Gruppe zu Anarchie, eine Gruppe zur Autokratie,….. Und wie so oft haben die Schüler keine Ahnung, was Autokratie eigentlich bedeutet. Doch schnell wird klar, dass eine Autokratie nichts weiter als ein schönes Wort für Selbstherrschaft ist: die Beherrschung einer großen Gruppe von Menschen durch eine weitaus Kleinere oder durch einen Einzelnen. Vereinfacht gesagt: Diktatur. Man sollte meinen, dass in Deutschland, “dank” unserer bewegten Vergangenheit, eine solche Staatsform nicht mehr entstehen kann.
Doch der charmante Lehrer schafft es innerhalb von nur 5 Tagen nicht nur die Klasse, sondern fast die gesamte Schule mehr oder weniger ungewollt zu einer Gemeinschaft zu vereinen..........
Aber es ist nicht alles Gold was glänzt. Die Welle grenzt alle Nichtangehörigen aus und schließlich eskaliert die Situation in Schlägereien und Unterdrückung. Der Film endet blutig, als ein Schüler sich selbst er- und vorher einen Mitschüler anschießt, nachdem der Lehrer die ganze Aktion beenden will.
Wie konnte es aber überhaupt so weit kommen, dass sich binnen einer solch kurzen Zeit eine derart feste Gemeinschaft gebildet hat? Schließlich sind zu Anfang des Films alle Schüler mehr oder weniger starke Individuen. Der Wasserballer mit Freundin und kaputter Familie, der Türke, der Raufbold mit seiner Mitläufergang, die hübsche Hauptdarstellerin und viele mehr. Und wie es heute üblich ist, desinteressiert am Unterricht. Doch nachdem sich alle schön gerade hingesetzt haben, den Lehrer ausnahmsweise mal als Respektsperson anerkennen, und beim Antworten aufstehen, kehrt schnell eine Art Gruppengefühl bei den Jugendlichen ein.
Ich will jetzt nicht den gesamten Film erzählen, schaut ihn euch an, diese zwei Stunden sind KEINESFALLS verschwendete Zeit.
Ich will hier nur auf einige Dinge eingehen, über die ich mir gerade Gedanken mache:
Die westliche Gesellschaft ist momentan davon geprägt, dass das einzelne Individuum und die persönliche Einzigartigkeit den höchsten Stellenwert besitzt. (Mal abgesehen von Geld und Macht). Ich zum Beispiel versuche mich von der Masse abzuheben, durch meine Kleidung, meine Frisur, meine Fähigkeiten und mein Verhalten. Meine Kleidung mag zwar H&M-bedingt eher der Masse gleichen, aber meine Sturmfrisur hab ich nur selten auf anderen Köpfen entdeckt,weshalb sie inzwischen zu einer Art Markenzeichen geworden ist. Auch meine Kommilitonen sehen alle anders aus. Nicht nur bedingt durch ihre Physiogonomie, durch einfach ihr komplettes Auftreten. Aber dennoch habe ich ein paar Dinge festgesellt:
- Als wir alle neu an der Uni waren, wurden wir in Vorkursgruppen gesteckt und noch heute, nach 5 Wochen verkehre ich am meisten mit diesen Leuten und in anderen Vorkursgruppen war es ebenso.
- Als Mathestudent unterliegt man zwar dem Klischee, nicht nur ein Nerd zu sein, sondern auch so auszusehen. Die meisten widersprechen diesem Klischee zwar vollkommen, aber da diese nicht von ungefähr kommen, .......
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