Für nächstes Jahr zu Weihnachten beachten

Veröffentlicht auf von clemens

Vorsicht – Weihnachtsstress!

1)Soll ich zugeben, dass mir das Geschenk nicht gefällt?
Sagen Sie dem Schenker auf keinen Fall am Weihnachtsabend, dass sie nicht schon wieder einen Schlips wollten, dass sie das Buch nicht interessiert oder das Parfüm Ihrer Nase missfällt. Sie verletzen ihn damit – und die Stimmung ist hin. Heucheln Sie aber keine übertriebene Freude. Das wirkt aufgesetzt und macht stutzig. Besser ist es, ein paar Tage nach Weihnachten taktvoll die Meinung zum Geschenk zu sagen. Signalisieren Sie im Laufe des nächsten Jahres, woran Sie Freude haben – gerne auch mehrfach. Der andere soll die Botschaft ja kapieren. Denken Sie aber auch mal darüber nach, ob Ihre Erwartungen nicht generell zu hoch sind.

2)Hilfe, der Weihnachtsmann wurde Enttarnt – UND NUN?
Menschen wollen glauben und Kinder besonders. Es ist erstaunlich, wie schnell sie sich im Sinne dieses Wunsches beruhigen lassen, auch wenn die Realität offenkundig eine andere ist. Wenn Ihr Kind aber darauf besteht, dass der Weihnachtsmann in Wirklichkeit Onkel Eberhard ist, ist es Zeit, die ganze halbe Wahrheit zu bekennen: „Wir müssen dir etwas gestehen: Der Weihnachtsmann hat es nicht geschafft. Überlege dir mal, die ganzen Kinder überall, allein in unserer Straße. In der schlimmsten Not beauftragt er besonders würdige Menschen als Stellvertreter. Onkel Eberhard ist so einer.“ Ältere Kinder durchschauen das natürlich lachend. Und trotzdem: Am Heiligen Abend bleibt so ein leichter Zweifel, wenn die Erwachsenen zur schauspielerischen Höchstform auflaufen, ernst und feierlich und zugleich doch hintergründig mit dem Schalk im Nacken. Die Großen sehen ihn, die Kleinen nicht. Und das ist gut so.

3)Was tun, wenn der Sohn am HeiligAbend Zur Disko will?
Natürlich wünschen sich viele Eltern, am Heiligen Abend in Familie füreinander da zu sein, sich gemeinsam mit den Weihnachtsgeschenken zu beschäftigen, zu singen oder gar zu musizieren. Will der 16-jährige Sohn dagegen ab neun Uhr in die Disco, sollten Sie ihn nicht zwingen zu bleiben. Entweder Sie haben bislang bei Ihrem Kind das Bedürfnis auf einen stillen Heiligabend in Familie entwickelt – oder nicht. Machen Sie sich nicht unnötig Stress. Weniger ist mehr. Genießen Sie zusammen den ersten Teil des Abends, danach kann das Kind seine laute Zeit haben.

4)Jedes Jahr der gleiche Besuchsplan – muss das sein?
Kaffeetrinken bei der einen, Abendessen bei der anderen Oma? Das weihnachtliche Besuchsprogramm artet oft in Stress aus. Wird Ihnen das zu viel, sagen Sie es Ihren Verwandten – am besten im nächsten Jahr nicht erst jetzt im letzten Moment. Machen Sie deutlich, dass Sie tatsächlich keine Geschenke wollen – bringen Sie dann aber auch keine mit. Ihre Offenheit kann Enttäuschung auslösen. War es nicht immer schön, alle zusammen am Weihnachtsabend? Doch, aber nun möchten Sie es eben anders. Und vielleicht haben die anderen sich nur nicht getraut, Neues zu wagen.

5)Schwiegermutter nörgelt– wie soll ich reagieren?
Manchem Familienmitglied kann man nichts recht machen. Aber hinter einem Meckern stecken meist Ereignisse oder Enttäuschungen. Konflikte können Sie zu Weihnachten nicht aus der Welt schaffen. Begraben Sie das Kriegsbeil und versuchen im neuen Jahr erneut, den Ursachen auf die Spur zu kommen. Und wenn Sie wissen, was den Meckerer besonders aufregt, dann meiden Sie das Thema. Trennen Sie an der Festtafel potenzielle Streihähne. Und schaffen Sie sich Freiräume: Nicht jeder muss an den drei Weihnachtsabenden alles in Familie machen.

6)Was tun, wenn Geschwister ums Geschenk streiten?
Bei kleinen Kindern sollten Eltern ihre Autorität nutzen: Das ist für dich, das für dich. Denn erst einmal müssen Kinder lernen, das Eigene zu schätzen. Das gilt im Prinzip auch bei größeren Kindern. Eskaliert der Streit, sollten Eltern ganz unaufgeregt das Geschenk wegnehmen: Jetzt hat es keiner mehr, bis du aufhörst, immer nur nach dem zu greifen, was nicht deins ist. Getauscht werden können Geschenke immer noch – aber erst nachdem die Geschwister darüber eine Nacht geschlafen haben.
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