Panorama Dresden
Yadegar Asisi kündigte in seiner Hochschule. Er will in Dresden eine Akademie des Sehens gründen, Rom in Leipzig zerstören und den Amazonas neu erschaffen.
Rom wird zerstört. Dresden bleibt stehen. Mitten in Berlin entsteht der Amazonas. Yadegar Asisi steht in seinem Kreuzberger Atelier und lässt am Computer Bäume wachsen. Der Regenwald muss Ende Januar fertig sein. Dann geht er in den Druck. Ein neues Bettlaken-Panorama aus Hunderttausenden von Blättern, Lianen, einem See, Blüten, Vögeln, bedrohlichen Wolken und wenigen kleinen Menschen wird im März in Leipzig aufgezogen. Dann ist Rom schon Vergangenheit.
Dresdner vom Bild begeistert
Seit über fünf Jahren fasziniert Yadegar Asisi die Menschen mit seinen monumentalen Panoramabildern. Der Erfolg begann 2003 in Leipzig mit „8848Everest360°“. Bis 2005 kamen rund 450000 Besucher. Es folgte „Rom CCCXII“. Seit November 2005 sahen das Bild der ewigen Stadt 300000 Menschen. Am 9. Dezember 2006 eröffnete Asisi das Panoramagemälde „1756 Dresden“. Rund 500000 Gäste kamen inzwischen.
Yadegar Asisi kann den Erfolg manchmal selbst nicht fassen. „Ich hatte das nie vor. Es ist einfach passiert“, sagt er. Dabei hatten ihm vom Dresden-Panorama so viele Menschen abgeraten. Die Barockstadt von 1756 sei nicht nachbildbar. Der 53-Jährige lässt sich jedoch selten beirren. Er hat ein Bild im Kopf, und dann arbeitet er wie besessen daran. Für Dresden schaute er sich natürlich die Gemälde von Canaletto an, las sich in die Historie ein und hatte ein Gefühl, wie es sein musste. Dann kletterte er auf die Kathedrale, schaute über die Stadt und erkannte plötzlich die Struktur. Das Zentrum war klar, doch die Vorstädte, wie die Pirnaische oder die Seevorstadt gab es weder auf Bildern noch in der Gegenwart so, wie sie einst waren. Hier musste Fantasie helfen.
Yadegar Asisi staunte nicht schlecht, als die Dresdner, die doch angeblich alles besser wissen, von dem Bild begeistert waren. Und jede Kritik, die sie bedacht vortrugen, jedes neue Detail, das sie mitbrachten, sammelte der Künstler. In wenigen Jahren wird das jetzige Dresden von 1756 fallen, ein neues mit all den notwendigen Veränderungen soll entstehen. „So wird das Bild der Vergangenheit immer vollkommener“, sagt Asisi.
Der Hochschullehrer will sich ab kommendem Jahr ganz seinen Panoramen verschreiben. Er hat an der Technischen Fachhochschule in Berlin gekündigt und gründet seine eigene Akademie. Die Schule des Sehens. Der Vater zweier Söhne will dem staatlichen Schulsystem etwas entgegensetzen. „Wir haben unsere einfachsten Fähigkeiten verloren und bekommen sie in der Schule nicht mehr gelehrt“, sagt er. Seine Theorie baut darauf auf, dass der Mensch sieht und staunt. So passiert es in seinen Panoramen. „Was aber geschieht nach dem Staunen?“, sagt Asisi. „Ich will diese Energie dazu nutzen, dass der Mensch etwas tut.“ Denn, so Asisi, das Erstaunte soll gezeichnet werden. Daraus folgt das Begreifen, und dann kann der Mensch handeln.
Die Komplexität verblüfft
Er selbst kann es mit einem Biologen nicht aufnehmen. Aber bei seinen Reisen an den Amazonas habe er Ameisen verfolgt, erzählt der Professor. Es waren Dramen, die sich da abspielten, es waren Kämpfe um Nahrung oder Baumaterial. Er filmte die Szenen. Er schaute ihnen stundenlang zu, er zeichnete die Winzlinge und begriff ihr Wesen, ihre Struktur. Plötzlich konnte er mit Biologen reden, weil er Dinge gesehen hatte, die sich ein Wissenschaftler noch nicht mal als Frage gestellt hatte.
So schafft er mit seinen Panoramen aus Details eine Komplexität, die seine Werke so verblüffend machen. Der Mensch ist nicht mehr der Betrachter von außen, sondern er steht mitten drin in dem Bild, in der Zeit, in Rom, Dresden oder dem Amazonas. Für den Regenwald wird er in Leipzig auch den zweiten Gasspeicher nutzen, denn er braucht Platz für seine Schule. Auch in Dresden wird er den noch vorhandenen kleinen Gasspeicher ausbauen, um zunächst ohne Dach Erlebnisbereiche zu schaffen. Den großen Erlwein-Speicher hat er auch im Blick. Asisi träumt von einem Projekt: Er will irgendwann New York am 11. September 2001 als Panorama zeigen.
Rom wird zerstört. Dresden bleibt stehen. Mitten in Berlin entsteht der Amazonas. Yadegar Asisi steht in seinem Kreuzberger Atelier und lässt am Computer Bäume wachsen. Der Regenwald muss Ende Januar fertig sein. Dann geht er in den Druck. Ein neues Bettlaken-Panorama aus Hunderttausenden von Blättern, Lianen, einem See, Blüten, Vögeln, bedrohlichen Wolken und wenigen kleinen Menschen wird im März in Leipzig aufgezogen. Dann ist Rom schon Vergangenheit.
Dresdner vom Bild begeistert
Seit über fünf Jahren fasziniert Yadegar Asisi die Menschen mit seinen monumentalen Panoramabildern. Der Erfolg begann 2003 in Leipzig mit „8848Everest360°“. Bis 2005 kamen rund 450000 Besucher. Es folgte „Rom CCCXII“. Seit November 2005 sahen das Bild der ewigen Stadt 300000 Menschen. Am 9. Dezember 2006 eröffnete Asisi das Panoramagemälde „1756 Dresden“. Rund 500000 Gäste kamen inzwischen.
Yadegar Asisi kann den Erfolg manchmal selbst nicht fassen. „Ich hatte das nie vor. Es ist einfach passiert“, sagt er. Dabei hatten ihm vom Dresden-Panorama so viele Menschen abgeraten. Die Barockstadt von 1756 sei nicht nachbildbar. Der 53-Jährige lässt sich jedoch selten beirren. Er hat ein Bild im Kopf, und dann arbeitet er wie besessen daran. Für Dresden schaute er sich natürlich die Gemälde von Canaletto an, las sich in die Historie ein und hatte ein Gefühl, wie es sein musste. Dann kletterte er auf die Kathedrale, schaute über die Stadt und erkannte plötzlich die Struktur. Das Zentrum war klar, doch die Vorstädte, wie die Pirnaische oder die Seevorstadt gab es weder auf Bildern noch in der Gegenwart so, wie sie einst waren. Hier musste Fantasie helfen.
Yadegar Asisi staunte nicht schlecht, als die Dresdner, die doch angeblich alles besser wissen, von dem Bild begeistert waren. Und jede Kritik, die sie bedacht vortrugen, jedes neue Detail, das sie mitbrachten, sammelte der Künstler. In wenigen Jahren wird das jetzige Dresden von 1756 fallen, ein neues mit all den notwendigen Veränderungen soll entstehen. „So wird das Bild der Vergangenheit immer vollkommener“, sagt Asisi.
Der Hochschullehrer will sich ab kommendem Jahr ganz seinen Panoramen verschreiben. Er hat an der Technischen Fachhochschule in Berlin gekündigt und gründet seine eigene Akademie. Die Schule des Sehens. Der Vater zweier Söhne will dem staatlichen Schulsystem etwas entgegensetzen. „Wir haben unsere einfachsten Fähigkeiten verloren und bekommen sie in der Schule nicht mehr gelehrt“, sagt er. Seine Theorie baut darauf auf, dass der Mensch sieht und staunt. So passiert es in seinen Panoramen. „Was aber geschieht nach dem Staunen?“, sagt Asisi. „Ich will diese Energie dazu nutzen, dass der Mensch etwas tut.“ Denn, so Asisi, das Erstaunte soll gezeichnet werden. Daraus folgt das Begreifen, und dann kann der Mensch handeln.
Die Komplexität verblüfft
Er selbst kann es mit einem Biologen nicht aufnehmen. Aber bei seinen Reisen an den Amazonas habe er Ameisen verfolgt, erzählt der Professor. Es waren Dramen, die sich da abspielten, es waren Kämpfe um Nahrung oder Baumaterial. Er filmte die Szenen. Er schaute ihnen stundenlang zu, er zeichnete die Winzlinge und begriff ihr Wesen, ihre Struktur. Plötzlich konnte er mit Biologen reden, weil er Dinge gesehen hatte, die sich ein Wissenschaftler noch nicht mal als Frage gestellt hatte.
So schafft er mit seinen Panoramen aus Details eine Komplexität, die seine Werke so verblüffend machen. Der Mensch ist nicht mehr der Betrachter von außen, sondern er steht mitten drin in dem Bild, in der Zeit, in Rom, Dresden oder dem Amazonas. Für den Regenwald wird er in Leipzig auch den zweiten Gasspeicher nutzen, denn er braucht Platz für seine Schule. Auch in Dresden wird er den noch vorhandenen kleinen Gasspeicher ausbauen, um zunächst ohne Dach Erlebnisbereiche zu schaffen. Den großen Erlwein-Speicher hat er auch im Blick. Asisi träumt von einem Projekt: Er will irgendwann New York am 11. September 2001 als Panorama zeigen.
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